Smart Metering

Smart Meter sind digitale Zählgeräte zur Erfassung des Energieverbrauchs in kurzen Zeitintervallen, wobei die Verbrauchswerte fern übertragen werden. Gegenüber den derzeit verwendeten Messgeräten verfügen Smart Meter über eine Reihe neuer Funktionen.

Smart Metering – Was ist das?

Bereits seit 100 Jahren sind die heute am weitest verbreiteten Stromzähler im Einsatz, die sogenannten mechanischen Ferrariszähler. Eine neue Generation stellt nun der Smart Meter dar, manchmal auch intelligenter Zähler genannt.
Ein moderner Smart Meter (links) im Vergleich zum herkömmlichen Ferrariszähler (rechts)
 Smart Meter, Ferrariszähler
Seine Entwicklung wurde durch die ständigen Verbesserungen in den Bereichen der Kommunikations- und Computertechnologie möglich.

Im Gegensatz zum rein analogen Ferrariszähler, besitzt der Smart Meter keinerlei mechanische Teile mehr sondern funktioniert vollständig digital.
Der Einsatz von Smart Metern macht die Ablesung vor Ort überflüssig, da die Zählerdaten automatisch an den Netzbetreiber übermittelt werden. Darüber hinaus bietet der Smart Meter, im Vergleich mit seinem älteren Bruder, eine Fülle an nützliche Zusatzfunktionen, die weit über das bloße Erfassen des Stromverbrauchs hinausgehen. So zum Beispiel unter anderem:
 
  • Bidirektionale Kommunikation, also dem Übermitteln von Daten sowohl vom Gerät zum Netzbetreiber als auch umgekehrt
  • Erfassung und Abruf des Stromverbrauchs in kurzen Intervallen. , z.B. alle Tage oder sogar Stunden
  • Mehrtariffunktionalität. so sind dann etwa spezielle Wochenendtarife, Ferienhaustarife, Singletarife oder spezielle Tarife für Betreiber von Wärmepumpen möglich
  • Erfassung von Qualitätsparametern

Vorteile von Smart Metering

Smart Meter können für die Verbraucher eine Reihe von Vorteilen bringen.

Derzeit erhält der Strom- und Gaskunde lediglich einmal jährlich eine Energieabrechnung, die häufig gar nicht auf vor Ort abgelesen tatsächlichen Verbrauchswerten, sondern vielmehr oft auf rechnerisch ermittelten Daten basiert. Dadurch ist es dem Kunden kaum möglich, Verbrauch und Kosten unterjährig realistisch abzuschätzen oder darauf Einfluss zu nehmen. Damit ist es somit erstmals möglich, den Kunden zeitnah über seinen tatsächlichen Energieverbrauch zu informieren. Etwa über ein Webportal, eine verständlich aufbereitete, schriftliche Information, die monatlich zugesandt wird oder über externe Displays.

Obwohl es derzeit erst vereinzelte Untersuchungen zur Auswirkung von Smart Metering-Systemen auf Energieeffizienz bzw. Energieeinsparungen gibt, gehen Studien derzeit von einem Einsparseffekt von ca. 3% im Strombereich durch die Einführung von Smart Metering aus.

Wechselt der Kunde seinen Stromlieferanten oder wird von einem Energieunternehmen der Tarif geändert, so kommt es heute noch häufig zu einer sogenannten rechnerischen Abgrenzung der Zählerstände zum Stichtag. Diese wird erforderlich, weil die manuelle Ablesung einer großen Anzahl von Zählern zu einem bestimmten Datum logistisch schwer umsetzbar ist.

 
Display eines modernen Smart Meters
Moderner Smart Meter
Zusätzlich kann Smart Metering auch die Einführung neuer Tarifmodelle basierend auf unterschiedlichen Zeitfenstern ermöglichen. Bereits heute werden Stromkunden von den meisten Energieunternehmen Nacht- bzw. Heizstrom und Doppeltarifsysteme angebotenen. Diese setzen aber derzeit noch das Vorhandensein von zwei getrennten Zählern vor Ort voraus. In Hinkunft ist es aber denkbar, dass durch den Einsatz eines Smart Meters mehr als nur zwei Tarifzonen täglich möglich werden. Energielieferanten haben damit die Möglichkeit ihren Kunden auf das jeweilige Verbrauchsverhalten zugeschnittene Tarifmodelle anzubieten. Zukunftsträchtige und umweltfreundliche Anwendungen wie etwa Wärmepumpen oder Elektrofahrzeuge werden in Hinkunft verstärkt flexiblere Tarifzeiten erfordern, um beim Kunden nicht zu hohe Energiekosten zu verursachen.

Die Einführung von Smart Metering in Österreich

Die neuesten Richtlinie der EU fordern die Einführung von „intelligenten Messsystemen“, also von Smart Metern für alle Verbraucher, damit diese aktiv an den Energiemärkten teilnehmen können. Die Richtlinie fordert weiters, nach positiver wirtschaftlicher Bewertung seitens der Mitgliedsstaaten, dass mindestens 80% aller Stromkunden bis spätestens 2020 einen Smart Meter erhalten sollen.

Smart Metering sollte prinzipiell die Übermittlung der Daten aller leitungsgebundenen Energieträger, wie Strom, Gas, Fernwärme und Wasser, und gegebenenfalls auch der nicht leitungsgebundenen Energieträger wie Öl oder Pellets, sowie Umfeldfaktoren wie Raumwärme, Temperatur, einschließen. Dies bedeutet etwa, dass der Gasnetzbetreiber Smart Meter bei seinen Kunden installiert und die Daten gegebenenfalls über die bereits vorhandene Smart Metering Infrastruktur des Stromnetzbetreibers weitergibt bzw über dessen Zentralsystem verarbeitet. Dadurch ist der Aufbau einer vollständigen zweiten Kommunikationsinfrastruktur nicht notwendig und es können erhebliche Kosten- bzw Effizienzvorteile sowohl beim Strom- als auch beim Gasnetzbetreiber generiert werden.