Häufige Fragen und Antworten zu Smart Meter

Welche Vorteile bringen Smart Meter?

  • Regelmäßige Kosten und Verbrauchsinformationen
  • Transparente und nachvollziehbare Stromrechnungen (keine Überraschung durch hohe Nachzahlungen bei der Jahresabrechnung)
  • Klarheit bei Verbrauchsabgrenzungen, z.B. bei Lieferantenwechsel, Übersiedlung
  • Unterstützung von zukunftsträchtigen Gebäudekonzepten (Homeautomation)
  • Schnellere Einschaltung des Stroms bei Einzug (Kein langes Warten, bis der Netzbetreiber vor Ort den Zähler einschaltet. Lästige Terminvereinbarungen entfallen.)
  • Aktive Teilnahme in einem neuen Versorgungssystem
  • Zusatzerlöse durch neue Dienstleistungsangebote
  • Gleichberechtigte Rolle gegenüber alle anderen Erzeuger oder großen Industriekunden
  • Beim Wechsel des Stromanbieters oder bei einem Umzug ist die Abgrenzung des Stromverbrauches einfacher und ohne Zutun des Kunden möglich

Durch Smart Meter erhalten Konsumenten erstmals eine bessere Kostenkontrolle über ihren Energieverbrauch. Derzeit bekommen Haushalte Informationen zum Verbrauch nur einmal im Jahr – und zwar dann, wenn sie ihre Jahresabrechnung erhalten. Das wäre, wie wenn sie jedes Jahr nur eine Handyrechnung bekommen würden und zwischendurch nicht wissen wie viel sie telefoniert haben. Energiekonsumenten haben das Recht, rasch zu erfahren, wie viel Strom sie verbrauchen und was sie dafür bezahlen müssen. Durch Smart Meter wird das möglich.

Durch die Möglichkeit, mit einem Smart Meter jederzeit seinen Verbrauch ablesen zu können, gibt es künftig keine unliebsamen Überraschungen mehr bei der Jahresabrechnung, Nachzahlungen können weitgehend vermieden werden. Auch lästige Terminvereinbarungen für eine Ablesung des Stromzählers vor Ort durch den Netzbetreiber fallen für den Konsumenten weg. Denn durch einen Smart Meter werden die Daten digital übermittelt, eine Zählerablesung vor Ort ist nicht mehr nötig.

Wenn möglichst viele Kunden mit Smart Meter ausgestattet werden, kann der größtmögliche Nutzen erreicht werden. Kurz gesagt: Je höher der Ausstattungsgrad desto höher der Nutzen für alle Beteiligten.

Verbrauchen Smart Meter mehr Energie als die alten Ferraris-Zähler?

Smart Meter brauchen um fünf bis acht Prozent weniger Strom als die derzeit benutzten Anlagen - vorausgesetzt, die Daten der Kunden werden gesammelt übertragen. Das besagt eine Untersuchung der Technischen Universität Graz. Die reinen Messgeräte selbst (ohne Kommunikation) verbrauchen ohnehin großteils weniger Strom als bisherige analoge Ferrariszähler.

Wichtig ist jedoch, dass die Daten der Messgeräte nicht einzeln übermittelt werden, sondern eine effiziente Kommunikationsinfrastruktur aufgebaut wird, um alle Synergien zu nutzen und den Stromverbrauch dadurch so gering wie möglich zu halten. Wenn etwa schon bestehende Infrastrukturen (Glasfaserkabel u.ä.) genutzt werden - was häufig möglich ist - dann ist der zusätzliche Stromverbrauch vernachlässigbar.

Zu beachten ist auch, dass bei der heutigen Ablesung vor Ort viel Energie für die Fahrt zu fünf Millionen Zählern verbraucht wird (Sprit etc.). Diese Energiekosten entfallen beim Smart Meter gänzlich.

Bei einem effizienten Roll-out der Kommunikationsinfrastruktur kann der Eigenverbrauch von Smart Metering-Systemen im Vergleich zum Status quo sogar substantiell sinken.

Zudem braucht die Drehscheibe beim Ferraris-Zähler zur Bewegung Strom, beim Smart Meter ist alles elektronisch. Daher ist bei Smart Meter der Stromeigenverbrauch geringer.

Studie der TU Graz

 

Können Haushalte ihren alten analogen Ferraris-Zähler behalten?

Der Stromzähler ist im Eigentum des Netzbetreibers und dieser entscheidet grundsätzlich welches Messgerät beim Kunden eingesetzt wird. Der Kunde hat daher kein Recht, seinen bisherigen Ferraris-Zähler zu behalten. Er kann sich aber gegen die Funktionalitäten eines Smart Meter entscheiden (Opt Out), allerdings nicht gegen die Installation eines elektronischen Zählers an sich.

Kann man einen Smart Meter ablehnen? (Opt-Out)

Die Intelligente Messgeräte-Einführungsverordnung (IME-VO) sieht vor, dass der Netzbetreiber dem Wunsch zu entsprechen hat wenn die Kundin bzw. der Kunde einen Smart Meter ablehnt.

Ein elektronischer Zähler kann aber nicht abgelehnt werden. Der Netzbetreiber hat den elektronischen Zähler, der eingebaut wird oder bereits eingebaut ist, derart zu konfigurieren, dass keine Monats-, Tages und Viertelstundenwerte gespeichert und übertragen werden und die Abschaltfunktion sowie Leistungsbegrenzungsfunktion deaktiviert sind. Diese Konfiguration muss am Messgerät ersichtlich sein. Für Abrechnungszwecke oder für Verbrauchsabgrenzungen (z.B. Lieferantenwechsel, Tarif- bzw Preisänderungen) darf der Zählerstand ausgelesen werden. Soweit technisch möglich kann auch die höchste viertelstündliche Durchschnittsbelastung (Leistung) innerhalb eines Kalenderjahres ausgelesen werden.

Was ist eine Kundenschnittstelle?

Über eine Kundenschnittstelle kann der Kunde den Stromverbrauch direkt verfolgen. Die Kundenschnittstelle ist eine Art von Daten-Hub, der nur in eine Richtung, nämlich zum Kunden, geht.

Erhöhen Smart Meter die Strahlenbelastung?

Von der Weltgesundheitsorganisation werden Vorsorgegrenzwerte vorgegebenen und in Österreich in der ÖNORM E 8850 zusätzlich ausgewiesen.

Zusätzlich existieren auch Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die elektromagnetische Verträglichkeit

Digitale Zähler sind gesundheitlich unbedenklich. Die Strahlenbelastung durch die Geräte liegt weit unter den Grenzwerten. Anders als beim Mobilfunk besteht beim Betrieb drahtloser Smart Meter kein Körperkontakt zu Personen. Während das Handy beim Telefonieren am Kopf bzw. unterwegs in der Hosentasche am Körper ist, ist der Smart Meter in einem Kasten o.ä. und beim Betrieb nicht in Körperkontakt mit einer Person. Zudem werden die Zähler nicht dauernd ausgelesen und Funkverbindungen deshalb nur zeitweise, nämlich einmal pro Tag, aufgebaut.

Das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz geht davon aus, dass die von Smart Meter verursachten Strahlenbelastungen weit unter den Grenzwerten liegen werden. Nach aktuellem Wissensstand können daher negative Auswirkungen auf Hilfsgeräte, wie zum Beispiel Herzschrittmacher, mit hoher Sicherheit ausgeschlossen werden. Die Gesundheit wird durch den Betrieb der Geräte nicht gefährdet.

Die zusätzliche Belastung durch Elektrosmog bei der Übertragung der Daten via Stromleitung ist äußerst gering, erfolgt die Datenübermittlung via Funknetz, entspricht dies etwa einem zusätzlichen gesendeten SMS am Tag.

Kann man durch Smart Meter erfahren, welches Fernsehprogramm angesehen wird?

Um das Fernsehprogramm erkennen zu können, wäre eine sekundengenaue Ablesung nötig. In Österreich werden die Daten aber nur alle Viertelstunden ausgelesen und selbst dies nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Kunden. Mit diesen Daten lässt sich kein Fernsehverhalten nachweisen.

In der Industrie sind im Übrigen seit Jahren problemlos Lastprofilzähler im Einsatz, die Viertelstundenwerte messen können.

Wie geht es jetzt mit meinem Zähler weiter?

Für die Zähler ist schon immer Ihr Netzbetreiber zuständig und bleibt es auch weiterhin. Fast alle großen Netzbetreiber in Österreich bereiten sich schon seit einiger Zeit auf die Einführung der neuen Zähler vor, etliche haben auch schon groß angelegte Pilotprojekte umgesetzt. 

Viele Netzbetreiber haben daher auch bereits umfassende Informationen für Ihre Kunden auf Ihren Websites. Hier finden Sie die Links zu den entsprechenden Informationsseiten der großen Netzbetreiber in Österreich, sofern vorhanden. Sollte sich Ihr Netzbetreiber nicht darunter finden, so finden Sie den Kontakt zu Ihrem Netzbetreiber auf jeden Fall auf Ihrer Stromrechnung. Eine Liste aller Netzbetreiber in Österreich finden Sie auch hier im Tarifkalkulator.

Smart Meter Informationen der Netzbetreiber

Wiener Netze: https://www.wienernetze.at/wn/smartmeter/Smart_Meter.html
Netz Oberösterreich: https://www.netzooe.at/Themen/Information/smart-meter
Kärnten Netz: http://www.kaerntennetz.at/content/fragen-und-antworten-963.html
Stromnetz Steiermark: http://www.stromnetzsteiermark.at/...
Vorarlberg Netz: http://www.vorarlbergnetz.at/... 
Netz Burgenland: http://www.netzburgenland.at/kundenservice/smart-metering/smart-metering.html

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