Smart Metering

Die zentrale Rolle des Messwesens im Energiemarkt

Die Themen Messwesen und Energiedatenmanagement nehmen heute eine zentrale Rolle im Energiemarkt ein. Die Erfassung und Übermittlung von Messdaten ist die Grundlage für die Abrechnung der Kunden, Erstellung von Prognosen, Lieferantenwechsel usw. Mit der Forderung nach verstärktem Wettbewerb auf den Energiemärkten und steigenden Anforderungen an die Energieeffizienz hat das Messwesen in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen.

Entwicklung hin zu Smart Metering

Bereits seit 100 Jahren im Einsatz und heute am weitesten verbreitet sind die sogenannten Ferrariszähler nach dem Induktionsprinzip. Die neue Generation der Stromzähler stellt hingegen der Smart Meter - manchmal auch intelligenter Zähler genannt - dar. Seine Entwicklung wurde durch die ständigen Verbesserungen in den Bereichen der Kommunikations- und Computer-technologie möglich. Im Gegensatz zum rein analogen Ferrariszähler besitzt der Smart Meter jedoch keinerlei mechanischen Teile mehr und basiert vollständig auf Halbleitertechnologien.

Der Einsatz von Smart Meters macht die Ablesung vor Ort überflüssig, da die Zählerdaten fernausgelesen an den Netzbetreiber übermittelt werden. Darüber hinaus bietet der Smart Meter, im Gegensatz zu seinem älteren Bruder, eine Fülle an nützlichen Zusatzfunktionen, wie etwa bidirektionale Kommunikation, Lastgangmessung, Mehrtariffunktionalität, Erfassung von Qualitätsparametern usw., die weit über das bloße Erfassen des Stromverbrauchs hinausgehen.

Durch Smart Metering ist es somit erstmals möglich, den Kunden zeitnah über seinen tatsächlichen Energieverbrauch - etwa über ein Webportal oder externe Displays - zu informieren oder flexible Tarifmodelle anzubieten.

Die Einführung von Smart Metering in Österreich

Die neue Stromrichtlinie im 3. EU-Binnenmarktpaket fordert im Anhang A die Einführung von „intelligenten Messsystemen“, also Smart Meters für alle Verbraucher, um aktiv an den Energiemärkten teilnehmen zu können. Die Richtlinie fordert weiters, nach positiver wirtschaftlicher Bewertung seitens der Mitgliedsstaaten, dass mindestens 80 % aller Stromkunden bis spätestens 2020 einen Smart Meter erhalten sollen

Die Ende Dezember 2010 beschlossene ElWOG-Novelle 2010 enthält in den §§ 83 f erstmals Rahmenbedingungen über eine österreichweite Einführung von Smart Metering. Damit soll die Umsetzung der Vorgaben aus dem oben erwähnten 3. Richtlinienpaket der EU erreicht werden.

Festgeschrieben wurde in § 83 Abs. 1, dass der Bundesminister für Wirtschaft, Familie und Jugend eine Verordnung über die Eckpunkte eines Roll-outs in Österreich nach Durchführung einer Wirtschaftlichkeitsanalyse erlassen kann.

Die Regulierungsbehörde E-Control hat ebenfalls einige Verordnungsermächtigungen erhalten. So sollen laut §§ 83 Abs. 2 bzw. 84 Abs. 4 in Zukunft die detaillierten Vorgaben für Smart Metering, etwa die Art- und der Umfang der Funktionsanforderungen, der Dateninhalt oder die Information an den Kunden durch die E-Control per Verordnung geregelt werden.

Um aus Smart Metering eine transparente, barrierefreie und wettbewerbsfördernde Lösung zu machen, die allen Kunden und Marktteilnehmern den gleichen Nutzen bringt, ist es von größter Bedeutung Funktionen und Anforderungen an derartigen Systeme österreichweit zu vereinheitlichen und im Regulierungsrahmen, wie gesetzlich vorgegeben durch Verordnungen, entsprechende Grundlagen zu schaffen.

Im Strombereich haben sich bereits in den letzten Jahren etliche Netzbetreiber dazu entschlossen diverse Smart Metering-Projekte zu starten. Derzeit befinden sich bereits rund 300.000 Strom Smart Meter im österreichischen Verteilnetz.
 

Kontaktdetails:
Wir stehen Ihnen jederzeit gerne für weitere Fragen oder Anregungen unter smartmetering_strom@e-control.at bzw. +43 1 24 7 24 511 zur Verfügung.