Neue EU-Energieregulierungsagentur nimmt Arbeit auf
Wien/Brüssel (6. Mai 2010) – Die neue EU-Agentur für die Zusammenarbeit der Energieregulierungsbehörden – kurz ACER (Agency for the Cooperation of Energy Regulators) - nahm am Dienstag und Mittwoch mit der ersten Sitzung ihres Regulierungsrates in Brüssel ihre Arbeit auf.- Presseaussendung, am 6.5.2010
Neue EU-Energieregulierungsagentur nimmt Arbeit auf
Walter Boltz zum stellvertretenden Vorsitzenden des Regulierungsrates gewählt
Vor allem wird auch der Einfluss kleinerer Mitgliedstaaten wie Österreich auf europäischer Ebene gestärkt werden. So entscheidet der Regulierungsrat auf Basis „1 Mitgliedstaat = 1 Stimme“ und nicht mit der in der EU sonst üblichen Stimmgewichtung auf Basis der Landesgröße.
Walter Boltz zum stellvertretenden Vorsitzenden des Regulierungsrates gewählt
Vorsitzender und stellvertretender Vorsitzender des Regulierungsrates gewähltAuf seiner Eröffnungssitzung wählte der Regulierungsrat der Agentur Lord John Mogg zu seinem Vorsitzenden und DI Walter Boltz zum stellvertretenden Vorsitzenden für eine (erneuerbare) Amtszeit von zweieinhalb Jahren.
John Mogg, Leiter der britischen Regulierungsbehörde Ofgem und Vorsitzender des Zusammenschlusses der europäischen Energieregulierungsbehörden, und Walter Boltz, Geschäftsführer der Energie-Control Austria, zeigen sich optimistisch: „Bereits durch die freiwillige Zusammenarbeit der Regulierungsbehörden innerhalb von CEER und später auch ERGEG haben wir über die letzten zehn Jahre große Fortschritte erzielt. Mit der neuen Agentur legen wir jetzt einen Gang zu, es geht weiter in Richtung Marktintegration. Die Vorbereitungsarbeiten für die 10-Jahres-Netzentwicklungspläne für den Strom- und Gassektor und für die ersten europäischen Netzkodizes sind bereits voll im Gange.“
Vorteile für Österreich durch ACER
Die Neukoordinierung durch ACER bringt für Österreich viele Vorteile mit sich. Zum einen durch den Grundsatz, dass ein Mitgliedstaat einer Stimme entspricht. Der Einfluss von kleinen Mitgliedstaaten wie Österreich ist dadurch genauso stark wie jener der „Großen“, Deutschland, Frankreich etc. Das bedeutet, dass eine Entscheidung weniger von der Position des Landes, denn von vorgebrachten Argumenten abhängt. Vorteile ergeben sich vor allem auch durch den koordinierten Netzausbau, der eine Verbesserung des Energietransports bewirkt. Für den Konsumenten bedeutet dies ein verstärktes Maß an Versorgungssicherheit, für die Markteilnehmer, dass die Energie im Ausland leichter absetzbar wird.„Die via ACER koordinierten Aufgaben bringen für Österreich nicht zuletzt positive Preiseffekte mit sich. So wird beispielsweise durch einen besser integrierten Großhandelsmarkt im Gasbereich ein leichterer Zugang zu günstigeren Gasmärkten in Nordeuropa erwartet.“, so Walter Boltz abschließend.