Erdgasspeicher in Österreich

Aufgrund der geologischen Voraussetzungen gibt es in Österreich ausschließlich Porenspeicher, die sich aufgrund ihres umfangreichen Speichervolumens vor allem zur Abdeckung saisonaler Bedarfsschwankungen, im Gegensatz zu Kavernenspeicher zur Spitzenabdeckung, eignen.

Zu Beginn der Liberalisierung waren zwei Speicherunternehmen in Österreich tätig, OMV und RAG. Die Kapazitäten der in Österreich erbauten Gasspeicher haben sich seit 2002 um mehr als 160 % erhöht. Alle Speicher sind ehemalige Gasfelder, die in den Konzessionsgebieten der OMV AG und RAG liegen.

Zusätzliche Speicherkapazitäten wurden im Konzessionsgebiet der RAG geschaffen. Dabei tritt die RAG nicht als Speicherunternehmen auf, sondern ist technischer Betreiber der Speicher. Erstmals fand diese Form der Zusammenarbeit 2007 bei der Inbetriebnahme des Speicher Haidach statt, für den RAG als technischer Betreiber und Wingas GmbH & Co KG und Gazprom Export als Vermarkter der Kapazitätsrechte agierten, gefolgt vom Projekt 7 Fields, ebenfalls mit RAG als Speicherbetreiber und E.ON Gas Storage als Kapazitätsvermarkter. Damit sind neben OMV und RAG drei weitere Speicherunternehmen, die Speicherprodukte vermarkten, in den Speichermarkt eingetreten.

Daneben nutzen am österreichischen Markt agierende Unternehmen auch den Speicher Lab 4 in der Slowakei. Speicherunternehmen ist POZAGAS, ein Tochterunternehmen der Nafta (35%), SPP (35%) und GDF Suez (30%).

Durch den verstärkten Ausbau der Erdgasspeicher in der vergangenen Dekade und der Realisierung der aktuellen Ausbauprojekte 2011 (7 Fields, Haidach, Aigelsbrunn) mit weiteren 2,7 Mrd. m³ Arbeitsgasvolumen, hat sich das Speichervolumen Ende 2011 auf 7,5 Mrd. m³ erhöht. Dies entspricht einem Anteil am Gesamtverbrauch von ca. 84 %.

Erdgasspeicherkapazität in Österreich 2011
Abb 1: Speicherkapazitäten in Österreich, Stand Dezember 2011, Quelle E-Control