Wasserkraft

Die Wasserkraft bezeichnet die Umwandlung von Bewegungs- und Höhenenergie des Wassers in elektrische Energie. Ebenso wie die Windkraft verursacht die Wasserkraft bei Betrieb und Nutzung keinerlei Emissionen. Die Wasserkraftnutzung hat in Österreich eine lange Tradition, weil aufgrund der in Österreich gegebenen Topographie ein Großteil des Strombedarfs, derzeit etwa 55 %, durch Wasserkraft erzeugt werden kann.

Wasserkraftwerk im Rosental in Kärnten
Abb. 1: Wasserkraftwerk im Rosental in Kärnten

Das Kernstück der Nutzung von Wasserkraft ist die Turbine. Das Prinzip der Turbine ist mit dem von Pumpen vergleichbar, es sind lediglich Kraft und Wirkung in entgegen gesetzter Richtung wirksam. Ein großer Vorteil der Wasserkraft liegt insbesondere im Falle von Pump- Speicherkraftwerken in der einfachen Speicherbarkeit: Durch Aufstauung oder durch Hochpumpen auf ein höheres Niveau ist die Wasserkraft nicht nur speicherbar, sondern auch sehr kurzfristig verfügbar und somit gut zur Deckung von Spitzenlastbedarf einsetzbar.

Die Einteilung von Wasserkraftwerken in verschiedene Typen kann nach mehreren Kriterien vorgenommen werden. Einmal unterscheiden sich die Kraftwerke nach der Nutzung des Wassers in Laufwasserkraftwerke, Speicherkraftwerke und Pumpspeicherkraftwerke. Eine andere Unterteilung ergibt sich durch die Unterscheidung nach dem Druckbereich - abhängig vom Gefälle - in Niederdruckkraftwerke mit bis ca. 20 m Fallhöhe, Mitteldruckkraftwerke mit 20 bis 100 m Fallhöhe und Hochdruckkraftwerke, die zwischen 100 und 2.000 m Fallhöhe aufweisen. Schließlich lassen sich die Wasserkraftwerke auch nach der Bauweise einteilen in Hallenkraftwerke, Außenkrankraftwerke, Pfeilerkraftwerke, Kavernenkraftwerke und Überflutungskraftwerke.

Weltweit werden aktuell 3.120 TWh pro Jahr an elektrischer Energie mittels Wasserkraft erzeugt, in Österreich sind es etwa 37 TWh. Die weltweite Wasserkrafterzeugung entspricht rund 16 % der weltweiten Stromerzeugung, in Österreich rund 55 %. In Europa sind, gemessen am Anteil an den länderspezifischen gesamten Stromerzeugungskapazitäten, die größten Wasserkraftkapazitäten in Norwegen, der Schweiz, Lettland, Luxemburg und Österreich installiert. Der Anteil der Wasserkraft an den gesamten, in der EU installierten Stromerzeugungskapazitäten beträgt derzeit 18,4 % (vgl. EUROSTAT).