Europäischer Energiepreisindex für Haushalte (HEPI) – weiterhin stabile Preise im Strom- und im Gassektor

Wien (28. September 2009) – Für Anfang September ergab der Europäische Energiepreisindex HEPI relativ konstante Strompreise in den EU-15. Die Haushaltskundenpreise sanken von Jänner bis April 2009 und blieben dann bei knapp 96 Indexpunkten (Januar 2009 = 100) stabil, bevor sie im Juni wieder anzusteigen begannen.
Für die Gaspreise dieses Monats (ohne Steuern und Abgaben) zeigt der HEPI eine neue Tendenz: Zum ersten Mal seit Beginn der HEPI-Aufzeichnungen ist die Abwärtsbewegung der Gaspreise zum Erliegen gekommen und es zeichnet sich sogar ein leichter Aufwärtstrend ab.

Europäischer Energiepreisindex für Haushalte (HEPI) für September 2009
Der europäische Preisindex für Strom und Gas als Download
pa-hepi-september-deutsch.pdf - 98.3kB

Strom im Norden derzeit teuer

Immer noch zeigt der HEPI große Unterschiede in den Preisen, die Energiekonsumenten in den Hauptstädten der EU-15 für Gas und Strom bezahlen.

Unter Stromkunden in den Hauptstädten der EU-15 werden derzeit Verbraucher in Kopenhagen bei weitem am stärksten zur Kasse gebeten: Sie bezahlen rund ein Drittel mehr als Kunden in Berlin, der nächst teuersten Stadt. Daran sind hauptsächlich die viel höheren Steuern in Dänemark Schuld, die etwa 45 % des Gesamtstrompreises ausmachen (mehr dazu im Folgenden).

Im Gegensatz dazu kommen Kunden in Athen und Helsinki am Günstigsten davon: Für ihren Strom (inkl. aller Steuern und Abgaben) müssen Sie nur etwa ein Drittel der Kopenhagener Preise berappen.

Auch Gaskunden im Norden zahlen viel

Im Gassektor sind es Kunden in Stockholm, die von allen Hauptstädten der EU-15 weitaus am meisten auf den Tisch legen müssen. In der nächst teuersten Stadt, Kopenhagen, bezahlen Kunden etwa 50 % der Stockholmer Preise, sind dabei aber immer noch wesentlich teurer dran als Berlin und Rom.

Am anderen Ende des Spektrums finden sich Haushaltskunden in London, die für ihr Gas von allen EU-15 am wenigsten bezahlen. Etwas aufwärts geht es dann in der Reihung mit Brüssel, Luxemburg, Paris und Lissabon. Am unteren Ende der Skala hat es in den letzten Monaten etwas Bewegung gegeben: Im vergangenen Monat fiel Brüssel von Platz 9 auf Platz 13 und wurde so zur zweitbilligsten Stadt. Athen dagegen stieg vom 13. Platz im Juli auf den 9. Platz im August; dieser Trend hielt an und Athen findet sich jetzt sogar auf Platz 6 in der Gaspreisliste wieder.

Die Preisänderungen für Kunden in Stockholm und London sind auf Wechselkursschwankungen zurückzuführen, ansonsten sind die Gaspreise seit der letzten Erhebung weitgehend stabil geblieben ohne weiter zu fallen. Nach der großen Anzahl an Preisänderungen durch viertel- und halbjährliche Anpassungen der Versorger im Juli war dies auch nicht anders zu erwarten.