Europäischer Energiepreisindex für Haushalte (HEPI)

Sowohl Strom- als auch Gaspreise in den EU-15 blieben Anfang Juli relativ konstant. Das geht aus dem aktuellen HEPI – dem europäischen Haushalts- Energiepreisindex, der seit Mai von der E-Control in Zusammenarbeit mit dem VaasaETT Global Energy Think-Tank erstellt wird – hervor. Der Index stieg leicht von 95,50 auf 95,70, wobei fallende Strompreise in einigen europäischen Ländern von steigenden Preisen in anderen Mitgliedstaaten ausgeglichen wurden.

Für die Gaspreise dieses Monats (ohne Steuern und Abgaben) zeigt der HEPI einen anhaltenden Preisverfall: Im Vergleich zu den Vormonaten fielen die Gaspreise um 6% im Schnitt der EU-15 (d.h. der Index sank um durchschnittliche 5,35 Basispunkte von 88,79 auf 83,44). Dieser Rückgang ist auf starke Preissenkungen in Italien, Deutschland, Spanien und den Niederlanden zurückzuführen, obgleich die Preise für Erdgas in anderen Ländern wie Griechenland und Luxemburg sogar angestiegen sind. „In Wien ist es zu keiner Senkung der Gaspreise gekommen, obwohl es auch hier durchaus Potenzial gäbe.“, so der Geschäftsführer der Energie-Control Austria, DI Walter Boltz. „Insgesamt hat sich Wien im Ranking sowohl im Strom- als auch Gasbereich um einen Platz verschlechtert. War Wien im Juni bei Strom noch auf Platz 5 und bei Gas auf Platz 6 der teuersten Ländern zu finden, so hat es im Juli noch um jeweils einen Platz verloren und liegt nun bei Strom auf Platz 4 und bei Gas auf Platz 5 der teuersten Länder.“, bedauert Walter Boltz.

Europäischer Energiepreisindex für Haushalte (HEPI) für Juli 2009
Der europäische Preisindex für Strom und Gas als Download.
HEPI_ Juli_Deutsch_Final.pdf - 214.5kB

Nach wie vor große Preisunterschiede in Europa


Die Preise in Europa klaffen weiterhin stark auseinander. Unter Stromkunden in den Hauptstädten der EU-15 werden derzeit Verbraucher in Kopenhagen bei weitem am stärksten zur Kasse gebeten: Sie bezahlen rund ein Drittel mehr als Kunden in Berlin, der nächst teuersten Stadt. Daran sind hauptsächlich die höheren Energiesteuern in Dänemark Schuld, die einen Großteil des Gesamtpreises ausmachen. Kunden in Athen und Helsinki beziehen Strom am billigsten – gerade mal ein Drittel der dänischen Preise muss man dort bezahlen.

Gas in London am günstigsten


Von allen Hauptstädten der EU-15 sind es im Gasbereich Kunden in Stockholm, die weitaus am tiefsten in die Tasche greifen müssen: hier sind die Preise über 50% höher als in den nächstgereihten Städten Kopenhagen, Berlin und Rom. Am günstigsten kommen Gaskunden in London davon, die nächst teureren Hauptstädte sind Athen, Luxemburg, Paris und Lissabon.

Gaspreise sind zum Teil stark gesunken


Es gab in diesem Monat viele Preisänderungen, sowohl bei Unternehmen, die ihre Preise vierteljährlich anpassen, als auch bei solchen, die nur alle sechs Monate neue Preise festsetzen. Dabei gibt es im Stromsektor keine klare Tendenz; Gaspreise, die in den letzten drei bis sechs Monaten nicht angepasst wurden, tendieren klar nach unten. Am meisten profitieren hiervon Gaskunden in Amsterdam, wo Preise um 23% gesenkt wurden.

Vergleich der Netztarife – das Preisranking ändert sich


Vergleicht man die reinen Verteilnetztarife, so rückt im Strombereich London an die günstigste Stelle und Kopenhagen behält seinen Platz als teuerste Stadt. Berlin, das bei der Betrachtung der Gesamtpreise für Strom als zweitteuerste Stadt dasteht, fällt auf den achten Platz, sobald nur die Netzgebühren berücksichtigt werden. Für Lissabon gilt genau das Gegenteil: In der Gesamtpreisreihung auf Platz zehn, landet es in der Netztarifreihung auf dem vierten Platz. Generell ist jedoch festzuhalten, dass Städte mit hohen Gesamtpreisen auch hohe Netztarife haben.

Auch beim Gas ändert sich das Bild....


.... wenn nur die Netztarife betrachtet werden. Besonders Kunden in Spanien und Portugal stiegen in der Gesamtpreisreihung noch recht günstig aus, haben aber die höchsten Netztarife. Ganz anders in den Niederlanden und Deutschland: Hier gibt es hohe Gesamtpreise aber zugleich die niedrigsten Verteilnetztarife.

„Allgemein gilt aber, dass Energiekonsumenten in Europa sehr unterschiedliche Netztarife für Gas und Strom bezahlen.“, so Walter Boltz abschließend. 

HEPI – ein monatlicher Haushalts-Energiepreisvergleich der EU-15 Auf Basis der Strom- und Gaspreise der marktbeherrschenden Unternehmen und deren größten Konkurrenten in den Hauptstädten der EU-15 erstellt die E-Control gemeinsam mit VaasaETT den Europäischen Strompreisindex für Haushalte, HEPI. Es ist ein gewichteter Index für Endkundenpreise, der die generelle Preisentwicklung in Europa erfasst. Der HEPI ist der einzige unabhängige europäische Storm- und Gaspreisindex, der die Preise unter den Ländern der EU-15 vergleicht. Die Angaben werden unter Anwendung einer präzisen, vergleichenden Definition und Methodologie direkt von den Versorgern und den Behörden jedes Landes eingehoben. Der HEPI wird jeden Monat berechnet und veröffentlicht, wobei die Hauptstädte der EU-15 dem Preis nach gelistet und die Preise analysiert werden. E-Control und VaasaETT werden den HEPI noch wenigstens bis 2011 monatlich veröffentlichen.