Europäischer Energiepreisindex für Haushalte (HEPI)
Relativ stabile Energiepreise im August -
große Unterschiede bei den Energiesteuern
Wien (27. August 2009) – Im Rahmen des monatlich erscheinenden europäischen Energiepreisindex HEPI wurden im August erstmals auch die Energiesteuern in den Hauptstädten der EU-15 verglichen.
Energiesteuern beinhalten dabei Abgaben, die direkt auf den Energiepreis angewandt werden. Diese Abgrenzung ist nicht immer leicht zu treffen. Ganz eindeutig dazu gehören Stromsteuern, CO2-Abgaben, Umweltsteuern und jegliche andere Steuern, die direkt auf den Energieverbrauch gerechnet werden, nicht aber die Mehrwertsteuer. In einigen Ländern ist leicht nachvollziehbar, welche Art der Steuern sich auf welche Preiskomponente bezieht (d.h. auf die Energie oder die Netzgebühren). In anderen Fällen gibt es aber lediglich eine Steuer auf die Summe der Energiekosten und Netzgebühren, die nicht direkt auf die eine oder andere Komponente zurückzuführen ist.
| Europäischer Energiepreisindex für Haushalte (HEPI) für August 2009 Der europäische Preisindex für Strom und Gas als Download hepi-august-deutsch.pdf - 117.8kB |
Enorme Unterschiede bei den Energiesteuern
Wie der HEPI zeigt, gibt es enorme Unterschiede bei Steuern in den EU-15. Im Strom sind es Kunden in Kopenhagen, die am stärksten an Steuern zu tragen haben (über ein Drittel des Gesamtpreises). Das ist mit ein Grund dafür, dass die Gesamtpreise für Strom in Kopenhagen so viel höher sind als in jeder anderen Stadt der EU-15. Andererseits gibt es auch Städte – wie etwa Athen, Dublin und Lissabon –, in denen überhaupt keine Steuern auf den Stromverbrauch direkt anfallen.Auch die Gassteuern sind in Kopenhagen am höchsten, gefolgt von Rom und Stockholm. Amsterdam belegt Platz vier, gefolgt von Berlin und Wien. Im Mittelfeld der Liste finden sich Brüssel, London, Luxemburg und Paris. Kunden in Athen, Dublin, Lissabon und Madrid bilden das günstigste Ende des Spektrums: Hier fallen keinerlei zusätzliche Gassteuern an.
„Eine direkte Korrelation zwischen hohen Energiesteuern und hohen Gesamtpreisen lässt sich allerdings nicht feststellen: Die Städte mit den höchsten Strom- bzw. Gassteuern sind nicht immer jene mit den höchsten Gesamtpreisen.“, erläutert der Geschäftsführer der Energie-Control Austria, DI Walter Boltz.
Energiepreise relativ stabil
Generell blieben sowohl die Strom- als auch die Gaspreise in den EU-15 Anfang August relativ konstant. Strompreise für Haushaltskunden sanken von Jänner bis April 2009 und blieben dann bei knapp 96 Indexpunkten (Januar 2009 = 100) stabil, bevor sie im Juni wieder leicht anzusteigen begannen. Ansonsten gibt es keine wesentlichen Veränderungen zum Auswertungsmonat Juli.Im Gassektor kam der Preisverfall des letzten Monats (von 89 Indexpunkten im Juni auf 84 im Juli) zum Erliegen. Mit Ausnahme von Athen und Rom blieben die Gaspreise weitgehend stabil (andere Verschiebungen sind großteils auf veränderte Wechselkurse zurückzuführen).
Europas Hauptstädte zeigen nach wie vor große Preisunterschiede
Immer noch zeigt der HEPI große Unterschiede bei den Preisen, die Energiekonsumenten in den Hauptstädten der EU-15 für Strom und Gas bezahlen.
Unter Stromkunden in den Hauptstädten der EU-15 werden derzeit Verbraucher in Kopenhagen bei weitem am stärksten zur Kasse gebeten: Sie bezahlen rund ein Drittel mehr als Kunden in Berlin, der nächst teuersten Stadt. Daran sind hauptsächlich die viel höheren Energiesteuern in Dänemark Schuld, die den Gesamtpreis in die Höhe treiben.
Kunden hingegen in Athen und Helsinki können sich über die Strompreise freuen. Sie zahlen für ihren Strom (inkl. aller Steuern und Abgaben) nur etwa ein Drittel der Kopenhagener Preise.
Gas im Norden am teuersten
Im Gassektor sind es Kunden in Stockholm, die von allen Hauptstädten der EU-15 weitaus am meisten bezahlen (inkl. aller Steuern und Abgaben). In der nächst teuersten Stadt, Kopenhagen, bezahlen Kunden zwar nur etwa 50 % der Stockholmer Preise, sind dabei aber immer noch wesentlich teurer als Berlin und Rom.Am anderen Ende des Spektrums finden sich Haushaltskunden in London, die für ihr Gas von allen EU-15 am wenigsten bezahlen, gefolgt von Brüssel, Luxemburg, Paris und Lissabon. Seit Juli gab es außerdem einige Verschiebungen am unteren Ende der Preisskala für Gas: Brüssel fiel mit seinen Gaspreisen (inkl. aller Steuern und Abgaben) von Platz 9 auf Platz 13 und ist damit jetzt die zweitgünstigste Stadt. Brüssel hat somit den Platz mit Athen getauscht, das sich jetzt auf Platz 9 anstatt 13 befindet.
„In den meisten Städten blieben die Gaspreise seit Juli allerdings stabil, was nach den zahlreichen Preisänderungen im letzten Monat, als die Versorger ihre viertel- und halbjährlichen Anpassungen durchführten, auch zu erwarten war.“, so Walter Boltz abschließend.