Versorgungssicherheit
Wie sicher ist die Versorgung mit Erdgas in Österreich
Der Überbegriff Versorgungssicherheit umfasst die Bereiche von der „Entstehung“ bis zum „Verbrauch“ des Erdgases und erstreckt sich somit von der Produktion, dem Import, der Speicherung und dem Transport bis zu den Erdgaskunden und allen damit verbundenen Komponenten, wie zum Beispiel den Erdgasleitungen.
Versorgungssicherheit wird einerseits durch eine ausreichende Verfügbarkeit von Erdgasmengen bestimmt. Andererseits muss das Erdgas über die vorhandene Infrastruktur bis zum Endverbraucher transportiert werden.
Folgende Elemente spielen eine zentrale Rolle bei der Versorgungssicherheit:
- sichere und zuverlässige Anlieferung von Erdgas nach Österreich
- inländische Produktion
- die vorhandenen Untergrundspeicher
- die Transport- und Verteilnetze
Durch Österreich verlaufen Transportleitungen mit hoher Leistungsfähigkeit. Österreich ist damit in das europäische Verbundnetz integriert. Im Hinblick auf eine mögliche gegenseitige Aushilfe im Anlassfall ist das besonders wichtig.
Die Erdgasversorgung stützt sich daher auf mehrere Säulen
Importe
Österreich ist bei Erdgas von Importen abhängig. Dennoch gab es in den letzten Jahrzehnten keine Versorgungskrise, die Auswirkungen auf Endverbraucher gehabt hätte.
Anfang Jänner 2006 sowie in den ersten Jänner Tagen 2009 wurde das Thema Erdgasimporte zum ersten Mal öffentlich stärker wahrgenommen. Russland und Ukraine hatten zu dieser Zeit eine Auseinandersetzung, bei der es um neu zu verhandelnde Gaspreise ging. Es kam zu einem zwei Wochen dauernden Totalausfall der Importe aus Russland. Obwohl zu keinem Zeitpunkt die Versorgung der österreichischen Kunden gefährdet war, ist die Versorgungssicherheit für Erdgas damit in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gelangt.
Erdgasspeicher
In Österreich stehen große, unterirdische Erdgasspeicher zur Verfügung. Diese Speicher sind ausgeförderte Erdgaslagerstätten, in denen große Erdgasmengen zuverlässig gespeichert werden können.
Diese Möglichkeit der Erdgasspeicherung ist wichtig für den Ausgleich der Schwankungen des jahreszeitlichen Verbrauchs, die Abdeckung von Verbrauchsspitzen und auch für den Fall verminderter Erdgasimporte. Etwa ein Drittel des österreichischen Jahresverbrauches kann in diesen Speichern derzeit gelagert werden. Neue, zusätzliche Speicheranlagen, die international genutzt werden, sind in Bau und werden die Versorgungssicherheit weiter verbessern.
Unterschiedliche Bezugsquellen
Die Erdgasaufbringung in Österreich ist breit abgesichert und baut neben der inländischen Erdgasproduktion, die etwa ein Fünftel des Jahresverbrauches abdeckt, auf drei Importquellen auf: Russland, Deutschland und Norwegen. Neue Leitungsprojekte wie zum Beispiel das Nabucco Projekt und die geplante Tauerngasleitung sollen dazu beitragen, weitere Bezugsquellen an Österreich heranzuführen, um die Importabhängigkeit von Russland zu reduzieren.
Gefährdet die Liberalisierung die Versorgungssicherheit?
Die Bewältigung des Totalausfalls der Gasimporte aus Russland Anfang Jänner 2009 hat vor allem gezeigt, dass ein gut funktionierender Markt am Besten in der Lage ist, eine Vollversorgung der Kunden auch über einen längeren Zeitraum sicherzustellen. Durch die Öffnung der Erdgasmärkte sind Händler aus verschiedenen Ländern in Österreich aufgetreten. Dadurch ist das Angebot noch breiter geworden.
Beitrag der E-Control zur Versorgungssicherheit in Österreich
Mit der Genehmigung einer langfristigen Planung, in der ein erforderlicher Ausbau der Transportinfrastruktur vorgeschlagen wird, werden wichtige Voraussetzungen für einen sicheren und zuverlässigen Gastransport geschaffen. Weiters stellt die E-Control sicher, dass im Zuge der Prüfung der Netzbetreiber angemessene Netzkosten anerkannt werden.
Darüber hinaus übernimmt die E-Control im Falle einer Versorgungskrise die Vorbereitung und Koordinierung von Lenkungsmaßnahmen. Mit diesen Maßnahmen wird die Versorgung im Krisenfall sichergestellt.
Aktivitäten der E-Control im Rahmen der Versorgungssicherheit
- Genehmigung der langfristigen Planung
- Aktive und koordinierende Rolle bei der Vorbereitung von Krisenvorsorgemaßnahmen im Rahmen des Energielenkungsgesetzes
- Sicherstellung ausreichender Investitionen durch regelmäßige Überprüfung der Netzkosten
- Zusammenarbeit mit Experten auf nationaler und internationaler Ebene zur Ausarbeitung von abgestimmten Maßnahmen
Was kann jeder Einzelne für die Versorgungssicherheit tun?
Ein steigender Erdgasverbrauch, auch in den Haushalten, schlägt sich nicht nur auf die Höhe der Gasrechnung nieder. Ein steigender Gasverbrauch führt auch dazu, dass Leitungen (Netze) gebaut werden müssen. Um die hierfür notwendigen Ressourcen zu schonen, kann im kleinen Rahmen ein überlegter Einsatz von Erdgas – beispielsweise durch die Verwendung von Geräten mit hohem Wirkungsgrad, kontrollierter Lüftung und vernünftiger Temperatureinstellung – dazu beitragen, dass sorgsam mit diesem Energieträger umgegangen wird.
Folgende Themen könnten Sie auch interessieren:

