Wissenswertes zum Thema Energieverbrauch

Wie in allen westlichen Industrieländern ist auch in Österreich der Energieverbrauch nach wie vor von den fossilen Energieträgern Öl, Kohle und Gas bestimmt. Zwar ist der Anteil der erneuerbaren Energien in Österreich höher als in den meisten anderen Ländern der EU. Der Anteil der fossilen Energieträger (Öl, Gas, Kohle) am energetischen Endverbrauch ist weiterhin dominierend und hat sich im Vergleich 1990 zu 2010 geringfügig verringert, von 65 % in 1990 auf 58 % in 2010.

Bruttoinlandsverbrauch und realer BIP

Im Jahr 2009 wurden die Auswirkungen der Wirtschaftskrise - auch am Energieverbrauch - deutlich. Die weltweite Wirtschaftskrise hat in Österreich ihre Spuren hinterlassen: der reale BIP ging um 3,9 % zurück. Dies wirkte sich entsprechend auf die Nachfrage nach Energie aus (vor allem im Produktions- und Transportbereich) – insgesamt ging der Bruttoinlandsverbrauch im Jahr 2009 um knapp 4 % zurück. Im Jahr 2010 stiegen der Bruttoinlandsverbrauch und auch der reale BIP wieder stark an.

Bruttoinlandsverbrauch und realer BIPAbbildung 1: Bruttoinlandsverbrauch und realer BIP
 - Veränderung zum Vorjahr in % -
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Bruttoinlandsverbrauch

Neben dem externen Schock der Wirtschaftskrise zeichnete sich in den Jahren zuvor eine Stagnation beim Energieverbrauch ab. Der Energieverbrauch zeigte bis 2006 eine stetig steigende Tendenz, die Jahre 2007 und 2008 zeigen jedoch eine Stagnation im Wachstum. Der Rückgang beim Energieverbrauch in den Jahren 2006 und 2007 ist auf den milden Winter zurück zu führen. So lagen die Heizgradtage 2006 und 2007 um 6 bzw. 9 % unter dem langjährigen Schnitt (Quelle: Statistik Austria). Der Bruttoinlandsverbrauch lag im Jahr 2009 bei 1.354 PJ, im Jahr 2010 stieg dieser auf 1.458 PJ an, was eine Steigerung von fast 7% bedeutet. Im Jahr 2010 war der höchste BIV seit 1990 zu verzeichnen.

Bruttoinlandsverbrauch von 1990 bis 2010 in PJAbbildung 2: Bruttoinlandsverbrauch von 1990 bis 2010 in PJ
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Sektoraler energetischer Endverbrauch von 1990 bis 2010

Mit der sektoralen Darstellung des Energieverbrauchs wird der energetische Endverbrauch als zweite wesentliche Kenngröße angeführt. Die tendenzielle Entwicklung beim energetischen Endverbrauch ist äquivalent zu jener des Bruttoinlandsverbrauches. Langfristig ist der Verbrauch gestiegen, jedoch gab es zuletzt eine Stagnation, bzw. einen Rückgang im Jahr 2009 der durch die Wirtschaftskrise getrieben wurde. Insgesamt ist der energetische Endverbrauch von 2008 auf 2009 um 4 % gesunken, von 2009 auf 2010 ist er wieder um 5,6 % angestiegen. Sektoral gab es den höchsten Anstieg im Dienstleistungssektor mit 22,2 % von 2009 auf 2010. Mengenmäßig gesehen ist dieser Anstieg aber dennoch gering. Die Industrie hatte von 2009 auf 2010 den geringsten Anstieg mit 0,5 %, was unter anderen durch einen Rückgang des Endverbrauchs in einigen Sparten begründet werden kann. Die Haushalte, die schon trotz der Krise von 2008 auf 2009 einen leichten Anstieg hatten (0,3 %), verzeichneten von 2009 auf 2010 einen Anstieg von 8,8 %. Dieser Anstieg kann auch klimatisch begründet werden.

Sektoraler energetischer Endverbrauch von 1990 bis 2010 in PJAbbildung 3: Sektoraler energetischer Endverbrauch von 1990 bis 2010 in PJ
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Der Energieträgermix des energetischen Endverbrauches

Wesentliche Veränderungen im Zeitraum von 1990 bis 2010 sind bei Kohle, den erneuerbaren Energieträgern und der Fernwärme abzulesen. Der Anteil der Kohle unmittelbar beim Endverbraucher ist von 7 % auf 2 % gesunken, während der Anteil der Erneuerbaren von 12 % auf 16 % gestiegen ist. Tendenziell zunehmend ist auch der Anteil der Fernwärme (von 3 % auf 7 %), während sich die Anteile von Gas, Strom und Öl relativ konstant verhalten. Der Anteil der fossilen Energieträger (Öl, Gas, Kohle) am energetischen Endverbrauch ist weiterhin dominierend und hat sich im Vergleich 1990 zu 2010 geringfügig verringert, von 65 % in 1990 auf 58 % in 2010. 
 

Energieträgermix des energetischen Endverbrauches - 1990 und 2010Abbildung 4: Energieträgermix des energetischen Endverbrauches - 1990 und 2010
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Haushalte

Der Energieverbrauch der Haushalte ist in der Vergangenheit stetig gestiegen. Kurzfristige Energieverbrauchsrückgänge sind großteils auf klimatische Bedingungen oder auch auf die Wirtschaftskrise in 2009 zurück zu führen. So lag im Jahr 2010 der Verbrauch um 66% über dem Niveau von 1970.

Energetischer Endverbrauch Haushalte 1970 - 2010 in PJAbbildung 5: Energetischer Endverbrauch Haushalte 1970 - 2010 in PJ
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72% des Energieverbrauches in den privaten Haushalten wird für das Heizen, 12 % für Warmwasser, 3% für Kochen und 13 % werden für elektronische Applikationen wie Haushaltsgeräte und Licht verwendet.

Energieverbrauch der HaushalteAbbildung 6: Energieverbrauch der Haushalte
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Obwohl Gebäudebestand und Gerätetechnologien in der Vergangenheit durchaus energieeffizienter geworden sind, steigt auf Grund einer Reihe anderer Faktoren der Energieverbrauch bei den privaten Haushalten beständig an.

Ein Grund ist die stark wachsende Ausstattung der Haushalte mit Geräten aller Art. Standardgeräte wie Kühl- und Gefrierschränke oder Waschmaschinen usw. sind bereits in nahezu 100 % aller Haushalte vorhanden. In vielen Haushalten werden alte Geräte wie z.B. Kühlschränke auch als Zweitgerät weiterverwendet. Auch die Zahl der Unterhaltungs- oder Bürogeräte sowie in letzter Zeit z.B. auch der Klimaanlagen wächst rasant.

Ein wesentlicher Treiber für den Energieverbrauch ist die Wohnungsstruktur bzw. Wohnsituation. Jährlich werden in Österreich um die 40.000 neue Wohneinheiten errichtet. Ein weiterer Trend geht hin zu größeren Wohnflächen, aber auch ein starker Trend zu Ein-Personen Haushalten ist zu verzeichnen.
  

Anzahl der Haushalte - Gesamt und 1-Personen-Haushalte (Index 1985 = 100)Abbildung 7: Anzahl der Haushalte - Gesamt und 1-Personen-Haushalte (Index 1985 = 100)
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Fragen zur Energieeffizienz

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