KWK-Förderung Historie

Die Förderung von KWK-Anlagen in Österreich wurde bis zum Jahr 2000 über Länderausführungsgesetze in jedem Bundesland individuell geregelt. Seit dem Jahr 2003 gibt es mit dem Ökostromgesetz auch für KWK-Anlagen eine bundesweit einheitliche Förderregelung.

KWK-Förderung nach dem 1. Oktober 2006

Im April 2006 wurde im Nationalrat die Ökostromgesetz-Novelle beschlossen. Die für die KWK-Förderung wesentlichen Paragraphen traten gemäß § 32a mit 1. Oktober 2006 in Kraft.

Die nachfolgende Übersicht stellt die wesentlichen Neuerungen der Novelle (Ökostromgesetz BGBl I Nr 105/2006) gegenüber den geltenden gesetzlichen Grundlagen die KWK-Förderung (Ökostromgesetz BGBl I Nr 149/2002) betreffend dar.

Förderung neuer KWK-Anlagen

Ökostromgesetz 2002

KWK-Unterstützungstarif nur für bestehende und modernisierte KWK-Anlagen.

Ökostromgesetz Novelle 2006

KWK-Unterstützungstarif für bestehende und modernisierte KWK-Anlagen, zusätzlich Investitionszuschuss für neue KWK-Anlagen. Gesamtfördersumme für neue KWK-Anlagen
von 2006 bis 2012: 60 Mio. Euro.

Stromerlöse

Ökostromgesetz 2002

Tatsächliche vom Betreiber ausgewiesene und belegte Stromerlöse.

Ökostromgesetz Novelle 2006

Einheitliche Berechnung des Stromerlöses basierend auf EEX Futures, wird in § 13 Abs 12 Ökostromgesetz geregelt.

KWK-Förderung 2003 & 2004

Ökostromgesetz 2002

Unterstützungstarif von 1,25 bzw 1,5 Cent/kWh ausgehend von einem Marktpreis von 24 €/MWh.

Ökostromgesetz Novelle 2006

KWK-Unterstützungstarif von 1,25 bzw. 1,5 Cent/kWh (Bezug auf Marktpreis wurde gestrichen). Auf Antrag rückwirkende Aufrollung der Verfahren der Jahre 2003 und 2004.

Dauer der Förderung

Ökostromgesetz 2002

Bis 2008 für bestehende Anlagen.
Bis 2010 für modernisierte Anlagen.

Ökostromgesetz Novelle 2006

Bis 2008 für bestehende Anlagen.
Bis 2010 für modernisierte Anlagen.
Bis 2012 für neue Anlagen.

Effizienzkriterium

Ökostromgesetz 2002

2003 & 2004: Effizienzkriterium 0,55.
Ab 2005 Erhöhung auf 0,6 aber nicht anwendbar, da Verweis im § 13 Abs 3 und 4 nur auf § 13 Abs 1 Ökostromgesetz.

Ökostromgesetz Novelle 2006

Effizienzkriterium 0,6.
Ist auf monatlicher Basis pro Anlage oder Betreiber anzuwenden.

Finanzierung der KWK-Förderung

Ökostromgesetz 2002

KWK-Zuschlag:
2003 u. 2004: höchstens 0,15 Cent/kWh
2005 u. 2006: höchstens 0,13 Cent/kWh
2007 u. 2008: höchstens 0,10 Cent/kWh
2009 u. 2010: höchstens 0,05 Cent/kWh

 

Ökostromgesetz Novelle 2006

Zählpunktspauschale:
2007 & 2008: höchstens jeweils 54,5 Mio. Euro.
2009 & 2010: höchstens jeweils 28,0 Mio. Euro.

Herkunftsnachweis für hocheffiziente KWK

Ökostromgesetz Novelle 2006

Einführung eines Herkunftsnachweises für hocheffiziente KWK gemäß EU-Richtlinie 2004/8/EG.


KWK-Förderung nach dem 1. Jänner 2003

Seit 1. Jänner 2003 erfolgt die Förderung von elektrischer Energie, die unmittelbar und effizienzmaximiert als Koppelprodukt bei der Erzeugung von Fernwärme erzeugt wird (KWK-Energie), bundesweit gemäß §§ 12 und 13 Ökostromgesetz.

Der KWK-Unterstützungstarif wurde im Jahr 2003 und 2004 einheitlich für alle KWK-Anlagen, ab 2005 je KWK-Anlage individuell auf Basis des nachgewiesenen Mehraufwandes, jährlich vom Bundesminister für Wirtschaft, Familie und Jugend (damals Wirtschaft und Arbeit) festgelegt. Die Finanzierung der KWK-Förderung erfolgt über einen bundesweit einheitlichen Zuschlag zum Systemnutzungstarif (KWK-Zuschlag), der degressiv bis 2010 gestaltet und von jedem Strom-Endverbraucher zu entrichten ist.

Auf Basis der vom BMWFJ erlassenen jährlichen KWK-Zuschlagsverordung (siehe Tabelle unten) heben die Netzbetreiber KWK-Zuschläge vom Endverbraucher ein und leiten diese an die Energie-Control GmbH als finanzielle Abwicklungsstelle weiter. Die Energie-Control GmbH zahlt auf Basis des vorläufigen Bescheides des BMWFJ über die KWK-Förderung den Unterstützungstarif in Form von monatlichen Akontobeträgen an die KWK-Anlagenbetreiber aus. Nach Ablauf des Kalenderjahres wird auf Basis der tatsächlich erzeugten KWK-Energie und der endgültigen Bescheide des BMWFJ eine Endabrechnung vorgenommen.

KWK Zuschlag


ZeitraumHöchstgrenze per GesetzFestgelegter Zuschlage
01.01.2003 - 31.12.20030,15 Cent/kWh0,15 Cent/kWh
01.01.2004 - 31.03.20040,15 Cent/kWh0,15 Cent/kWh
01.01.2005 - 31.12.20050,13 Cent/kWh0,13 Cent/kWh
01.01.2006 - 31.12.20060,13 Cent/kWh0,07 Cent/kWh
01.01.2007 - 31.12.20070,10 Cent/kWh 
01.01.2008 - 31.12.20080,10 Cent/kWh 
01.01.2009 - 31.12.20090,05 Cent/kWh 
01.01.2010 - 31.12.20100,05 Cent/kWh 

Quelle: E-Control


Im Gegensatz zum Fördersystem von elektrischer Energie aus Ökostromanlagen, die nur dann gefördert wird, wenn die Anlagenbetreiber den erzeugten Strom an die Öko-Bilanzgruppe bzw. Ökostrom-Abwicklungsstelle verkaufen, müssen die KWK-Anlagenbetreiber die KWK-Energie am freien Strommarkt verkaufen und erhalten zusätzlich einen KWK-Unterstützungstarif.


KWK-Förderung bis 31. Dezember 2002

Die Förderung von Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung erfolgte bis Ende 2002 aufgrund der Bestimmungen in den §§ 32 und 34 ElWOG 2000. Gemäß § 34 ElWOG 2000 konnte der Landeshauptmann eine Förderung (über Mindesteinspeisetarif und Abnahmepflicht durch Verteilnetzbetreiber) von KWK-Anlagen per Verordnung festsetzen. Diese gesetzliche Regelung wurde vollständig durch das Ökostromgesetz (BGBl I 149/2002) ersetzt.

Einspeisetarife und Zuschläge für Kraft-Wärme-Kopplung gemäß ElWOG 2000


Bundesland
 
Inkrafttreten  
 
Höhe des EinspeisetarifesHöhe des KWK-Zuschlages
Steiermark
 
1. Okt. 2001
1. Okt. 2002
5,11 - 11,63 Cent/kWh
 
0,217 Cent/kWh
Erhöht auf:  0,36 Cent/kWh
Wien1. Nov. 20015,2019 Cent/kWh0,7427 Cent/kWh
Kärnten


 
1. Jän. 2002


 
Anlage bis 100 kVA:
5,8 Cent/kWh
Anlage über 100 kVA:
4,0 Cent/kWh
0,042 Cent/kWh
 

 
Niederösterreich







 
1. Juni 2002







 
Okt. - März:
Engpassleistung
< 1 MW: 6,2 Cent/kWh
> 1 MW: 4,4 Cent/kWh

Apr. - Sept.:
Engpassleistung
< 1 MW: 3,1 Cent/kWh
> 1 MW: 2,2 Cent/kWh
0,04 Cent/kWh







 
Salzburg




 
1. Sep. 2002




 
 Netzebene 1-5:
0,06 Cent/kWh
Netzebene 6:
0,111 Cent/kWh
Netzebene 7:
0,2 Cent/kWh